Steuerreform - die Katze ist aus dem Sack , © Alfred Santner
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Vor einigen Tagen wurden die neuen Gesetze, die in der Steuerreform innerhalb der Regierung paktiert wurden, in Begutachtung geschickt. Jetzt ist die “Katze aus dem Sack” wie man so schön sagt. Zwar können in der Begutachtungsphase von vielen Interessensverbänden noch Änderungswünsche eingebracht werden, doch ist davon auszugehen, dass es zu keinen großen Verschiebungen mehr kommen wird. Ich möchte Ihnen hier nur den vorgesehenen Text zur Änderung der Grunderwerbsteuer näher bringen. Mit der Registrierkassenpflicht und anderen “Schmankerln” verschone ich Sie.

Zum Thema Grunderwerbsteuer ist zunächst die Jetztsituation fest zu halten: Wer noch im “alten” System Liegenschaften (darunter sind Haus, Grund und Wohnung zu verstehen) erwirbt (= kauft, erbt oder geschenkt bekommt), zahlt 2% vom dreifachen Einheitswert, wenn der Veräußerer (= Verkäufer, Erblasser oder Geschenkgeber) ein Elternteil, Ehegatte (eingetragener Partner) oder Kind des Erwerbers ist. Wer von einer Person erwirbt, die nicht zu diesem Kreis der Begünstigten gehört, zahlt 3,5% Grunderwerbsteuer vom Wert (=Verkehrswert) der erworbenen Liegenschaft. Übertragungen innerhalb des Begünstigten-Kreis sind also derzeit relativ günstig über die Bühne zu bringen.

Die zukünftige Regelung wirft das bisherige System über den Kopf und sieht folgender Maßen aus:

Ab Geltung der neuen Gesetzeslage ist immer der Verkehrswert für die Steuerberechnung heranzuziehen, der Einheitswert ist nicht mehr relevant (Ausnahme bei land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken, diese werden hier nicht behandelt!). Zu unterscheiden ist zukünftig zwischen unentgeltlichen Erwerb und entgeltlichem Erwerb: Bei entgeltlichem Erwerb beträgt der Steuersatz 3,5%. Bei unentgeltlichem Erwerb (als unentgeltlich zählen auch alle Erwerbe innerhalb der Familie) ist zunächst der Verkehrswert fest zu stellen (wie dies genau vorgenommen wird, ist noch nicht ganz klar, sicher ist nur, diese Bewertung wird Geld kosten!); dann gilt: für die ersten 250.000,– des Wertes sind 0,5% Steuer zu zahlen, für die nächsten € 150.000,– 2% und für den Wert darüber hinaus 3,5%. Es kommt also zu einem Staffeltarif. Ausnahmen: Schenkungen zwischen Ehegatten über Liegenschaften bis 150 m² zum Erwerb gemeinsamen Wohnraumes sind von der Grunderwerbsteuer befreit.

 

Ihr Notar Mag. Markus Traar

 

ÖFFENTLICHER NOTAR MAG. MARKUS TRAAR
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Zusatzinformation:
Alle Berichte des Notariates Hermagor beziehen sich auf die Rechtslage, die zum Erscheinungstag des Artikels gültig ist/war. Nachträgliche Änderungen der Gesetze werden nicht eingearbeitet. Die Berichte dienen lediglich zur Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Eine Haftung oder Gewährleistung für die Vollständigkeit und Richtigkeit wird nicht übernommen.