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Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer – gibt es nicht. So einfach und kurz könnte dieses Thema abgehandelt werden. Im August 2008 wurden diese beiden Steuern (die immer „Hand in Hand“ gingen, in den Steuerklassen und auch in der jeweiligen Höhe gleich waren) abgeschafft. Dieses Steuerthema ist aber deshalb aktuell sehr interessant, weil unsere Regierung derzeit intensiv an einer Steuerreform bastelt und dabei durch alle möglichen Medien immer wieder die Worte „Erbschaftssteuer“ und „Schenkungssteuer“ geistern. Sogar von rückwirkenden Regelungen ist manchmal die Rede. Aus verfassungsrechtlichen Überlegungen gehe ich nicht davon aus, dass eine rückwirkende Steuer eingeführt werden wird, aber es wird jedenfalls spannend, was unser Gesetzgeber sich ausdenken wird.

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Jetzt aus Angst vor einer neuen Steuer jedoch sein Vermögen sofort zu übertragen, ist aber wahrscheinlich auch nicht der richtige Weg. Der steuerliche Aspekt einer Übergabe oder Schenkung ist nur einer von vielen und sollte für sich alleine nie den Ausschlag geben, sein Vermögen jemand anderem zu zu wenden. Wenn tatsächlich einen neue/alte Steuer wieder eingeführt wird, wird man aller Voraussicht nach früh genug davon erfahren und Zeit haben, sich allenfalls zu erwartende Nachteile einer späteren Vermögensübertragung aus zu rechnen. Eine Garantie für eine „Nachdenkpause“ gibt es natürlich nicht. Die Einführung einer Steuer ohne ausreichende Übergangsfrist wäre allerdings auch ein großer Vertrauensbruch gegenüber der Bevölkerung, was ich mir so nicht vorstellen mag.

Auch wenn es – wie gesagt – derzeit keine Erbschafts- und Schenkungssteuer gibt, ist das Erben und Geschenkt-bekommen dennoch nicht steuerfrei! Das ist ein immer noch weit verbreiteter Irrtum. Wer erbt oder geschenkt bekommt, zahlt Grunderwerbsteuer. Ist der Empfänger Ehegatte, Elternteil, Kind, Schwiegerkind, Stiefkind, Enkelkind oder eingetragener Partner des Geschenkgebers (oder des Verstorbenen), zahlt dieser Geschenknehmer (oder Erbe) 2% Grunderwerbsteuer vom dreifachen Einheitswert der übertragenen Liegenschaft. Alle anderen zahlen 3,5% vom Verkehrswert des Objektes. Man sieht: Wer nicht zu dem Kreis der oben aufgezahlten begünstigten Personen zählt, muss – steuerlich gesehen – ordentlich in die Tasche greifen.

Wenn Sie in nächster Zeit oder mittelfristig eine Vermögensübertragung planen, behalten Sie die Politik und Medien im Auge, damit Sie früh genug vor neuem Steuerunheil gewarnt sind. Gerne können Sie sich natürlich auch bei mir informieren. Entweder telefonisch oder persönlich in meiner Kanzlei, auch zu den Sprechstunden am ersten Dienstag eines Monats im Gemeindeamt der Gemeinde Gitschtal (9.30 – 11.30 Uhr) und am zweiten Dienstag eines Monats im Gemeindeamt der Gemeinde St. Stefan im Gailtal (7.30 – 9.30 Uhr).

Ihr Notar Mag. Markus Traar